Beteiligte Institutionen

Gefördert von der Fritz und Hildegard Berg-Stiftung.

 

Promotionsprojekte

Die fünf Promotionen liegen jeweils in einer der fünf beteiligten Fachrichtungen. Verbindendes Element ist dabei das zentrale Ziel, Mobilität, Autonomie und Aktivität älterer Menschen in Stuttgart zu fördern und erhalten.

 

Die fünf Promotionen bearbeiten folgende Ziel- und Fragestellungen:

Raum- und Verkehrswissenschaften: Mobilitätsverhalten älterer Menschen in Stuttgart vor dem Hintergrund klimatischer und räumlicher Vulnerabilität (Arbeitstitel)

Die prognostizierten Trends einer alternden Bevölkerung und einer Veränderung des Klimas stellt die Stadt- und Verkehrsplanung vor große Herausforderungen, wenn sie die alltägliche Mobilität und Lebensqualität in den Städten erhalten und verbessern will. Ältere städtische Bewohnerinnen und Bewohner reagieren aufgrund ihres sich verkleinernden Aktionsradius und der damit verbunden wachsenden Bedeutung des Nahraumes besonders sensibel auf verschiedene Umweltbedingungen. Daher wird im Rahmen des Vorhabens erforscht, wie – vor dem Hintergrund sich ändernder klimatischer Bedingungen – die Alltagsmobilität älterer Menschen zukünftig gesichert werden kann, um ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen und die Eigenständigkeit möglichst lange zu erhalten. Angelehnt an das Konzept von Vulnerabilitätsanalysen wird eine ganzheitliche, räumlich differenzierte Bewertung der Risikoexposition und Sensitivität städtischer Räume (hier: Stadt Stuttgart) entwickelt, die neben Umwelteigenschaften (klimatische, lufthygienische und lärmbedingte Reize) auch Erreichbarkeiten sowie Qualitäten des Verkehrsangebotes abbildet. Ergänzend ist für die Ableitung nutzerspezifischer Anpassungen die Betrachtung des realisierten Nutzerverhaltens erforderlich und wird im Rahmen einer Befragung älterer Menschen in Stuttgart erhoben. Die Ergebnisse bilden die Grundlage zur Entwicklung mobilitätsbezogener Maßnahmen für die Stadt Stuttgart.

Landschaftsplanung und Ökologie: Alters- und klimaangepasste Freiraumplanung

In der Promotion sollen insbesondere folgende Fragen im Mittelpunkt stehen:
- Welche Anforderungen stellt die alternde Stadtgesellschaft an Funktionalität, Gestaltung und klimatischen Gegebenheiten von urbanen Freiräumen?
- Wie lässt sich der Zusammenhang zwischen den räumlichen und klimatischen Eigenschaften urbaner Freiräume erfassen und seine Auswirkungen auf die Nutzbarkeit und gesundheitlichen Folgen für die Freiraumnutzer (insbesondere älterer Menschen) beschreiben und bewerten?
- Welche Anpassungsbedarfe urbaner Freiräume bestehen und wie kann seine Planung und Gestaltung optimiert werden?

Bewegungs- und Gesundheitswissenschaft: Mobilität im öffentlichen Raum: "Bewegungsfreundliches" Umfeld als Determinante des Aktivitätsverhaltens Älterer

Die Dissertation analysiert die Wechselwirkung von Umwelt und Mobilität (hier definiert als körperliche Aktivität) älterer Stadtbewohner/innen. Die zentrale Frage lautet: Lässt sich aus Umweltmerkmalen (graue, grüne und blaue Umwelt) das Volumen der körperlichen Aktivität älterer Stadtbewohner/innen vorhersagen und wie ist das mit Facetten der Gesundheit und des Wohlbefindens assoziiert?

Geriatrie: Einfluss von Klimaschwankungen auf physiologische Parameter älterer Menschen

Der Einfluss von plötzlichen Klimaschwankungen auf den physischen und kognitiven Gesundheitszustand von älteren Menschen in moderaten Klimazonen ist unzureichend untersucht. Klar ist, dass ältere Menschen sich generell langsamer an extrinsischen Stress anpassen können. Es ist daher zu erwarten, dass vor allem plötzliche Veränderungen unzureichend kompensiert werden können.

Interdisziplinäre Alternswissenschaft: Individuelle Handlungs- und Erlebensmuster alltäglichen urbanen Wohnens hochbetagter, alleinlebender Menschen unter besonderer Berücksichtigung klimatischer und lärmbedingter Umweltbelastungen

Die Promotion bearbeitet mehrere Fragestellungen:
- Welche alltäglichen außerhäuslichen Handlungsmuster (behaviorale Person-Umwelt Bezüge) haben Menschen in Risikokonstellationen urbanen Wohnens, das heißt insbesondere hochbetagte, alleinlebende, privatwohnende Menschen?
- Wie erleben Menschen in Risikokonstellationen ihre unmittelbare soziale und räumlich-dingliche Wohnumwelt (emotional/kognitive Person-Umwelt Interaktion), und welchen Stellenwert nehmen klimatische und lärmbedingte Umweltbelastungen ein?
- Welche differenziellen Wirkmechanismen lassen sich im Hinblick auf die Wirkung negativer Umwelteinflüsse auf Zielvariablen der Mobilität, Aktivität, des Wohlbefindens (Gesundheit) und der kommunalen Partizipation beschreiben über den in der geplanten Dissertation in den Bewegungs- und Gesundheitswissenschaften erwarteten positiven Zusammenhang von körperlicher Aktivität und Gesundheit?
- Welche Möglichkeiten und Grenzen umweltbezogener Interventionen zur Verbesserung der individuellen Lebenssituation lassen sich daraus ableiten?